Immobilien im Alter: Stolperfallen, Faktoren, Möglichkeiten

Es ist und bleibt der Traum vieler Deutscher: Immobilien im Alter. Abbezahlt. Schuldenfrei.
Dieser Statistik zu folge lebten im Jahr 2013 bereits 43% der Deutschen in den eigenen vier Wänden; im Jahr 1998 waren es “nur” 40,3%.

Durchschnittlich erwerben Immobilienkäufer in Deutschland im Alter von 34 Jahren die erste Immobilie. Somit wird die erste Immobilie zum Mittelpunkt der weiteren Lebensplanung. Kinder wachsen in der Regel in dieser Immobilie auf. Eigentümer wollen die Immobilie bis zum Renteneintritt abbezahlt haben. Und schließlich im Alter die Immobilie “genießen”.

Stolperfalle Immobilien im Alter?

Was jedoch viele vergessen bzw. vielfach nicht aktiv bedenken: Immobilien im Alter kosten durchaus richtig Geld. Und das in einer Situation, in der ein unter Umständen nicht unerheblicher Teil des monatlichen Netto-Einkommens fehlt. Was viele nämlich vergessen: Immobilien im Alter sind eben oft auch alte Immobilien. Will heißen: Nicht nur die Bewohner haben den nächsten Lebensabschnitt nach dem aktiven Berufsleben erreicht, sondern auch die Immobile ist mit den Jahren ins Alter gekommen.

Viele Immobilien sind eben auch schon gute 20-30 Jahre alt, wenn sie als Altersruhesitz genutzt werden sollen.

Faktoren für Immobilien im Alter

Eigentümer, die ihre Immobilie auch im Alter nutzen möchten, sollten rechtzeitig kalkulieren, welche Kosten die Immobilie auch weiterhin produziert – selbst dann noch, wenn der Kredit längt abbezahlt ist. Hierzu zählen vor allem:

  • Verbrauchskosten: Heizung, Wasser, Strom etc.
  • Versicherungsbeiträge: Gebäudeversicherung, Haftpflichtversicherung etc.
  • Grundbesitzabgaben: Grundsteuer, Müllabfuhr etc.

Diese Kosten sind relativ gut zu kalkulieren und auch abzusehen. Aber dann kommen ggf. noch weitere, nicht kalkulierbare Kosten hinzu:

  • Reparaturkosten: das Dach ist plötzlich undicht und muss gemacht werden; die Heizung fällt plötzlich aus und muss repariert werden
  • Renovierungskosten: hier schlummert natürlich Einsparpotenzial, allerdings will auch die schönste Immobilie im Alter einmal renoviert werden
  • Umbaukosten: es ist durchaus denkbar, dass plötzlich ein ebenerdiges Schlafzimmer benötigt wird, eine ebenerdige Dusche oder andere seniorengerechte Umbauten

Hinzu kommen oft Faktoren, dass die Immobilie eigentlich viel zu groß ist, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Eigentümer werden dann oft zum Sklaven der eigenen Immobilie im Alter: Haus putzen, Haus heizen, Garten pflegen, und dazu noch eine Rücklage für die unkalkulierbaren Kosten schaffen.

Immobilien im Alter besser verkaufen?

Natürlich ist die Veräußerung der Immobilie im Alter kein einfaches Thema. Eigentümer sollten sich für diesen (schweren) Schritt in jedem Fall einen Fachmann dazu holen. Vielleicht kann gemeinsam eine Lösung erarbeitet werden, dass die Immobilie gehalten werden kann, aber vor allem die finanzielle Situation der Eigentümer entlastet wird. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, die Immobilie zu Lebzeiten auf eventuelle Erben zu überschreiben.

Fazit: Eigentümer sollten sich frühzeitig mit dem Thema “Immobilien im Alter” beschäftigen. Alle Möglichkeiten sollten mit einem Fachmann besprochen werden, sodass gemeinsam die beste Lösung gefunden werden kann.

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